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Das Attentat auf Anna Lindh

Ein ferngesteuerter Täter?

Wenn man gemäß dem Stand der Wissenschaft davon ausgeht, dass es möglich ist, direkt in das Bewusstsein von Menschen einzugreifen und sie gezielt fernzusteuern, erscheinen gewisse Kriminalfälle in einem anderen Licht. Man stößt bei brisanten Morden immer wieder auf Attentäter - meist psychisch schwache Menschen oder Vorbestrafte - die in keiner logischen Verbindung zu ihrer Tat zu stehen scheinen (siehe etwa die Attentate auf Lafontaine und Schäuble sowie das Erfurter Schulmassaker). Und wenn man die Täter dann fragt, weshalb sie die Tat begangen hätten, sagen sie oft, sie wüssten es selbst nicht. Auch die Zeitungsberichte zum Prozess im Mordfall Anna Lindh geben unter diesem Gesichtspunkt Anlass zum Nachdenken:

"Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte am Montag ihre 1120 Seiten starke Anklageschrift, in der auch das Geständnis des mutmaßlichen Täters enthalten ist. Der offenbar psychisch gestörte Mijailovic sagte demnach, er habe Stimmen gehört, die ihn zu dieser Tat gezwungen hätten. Wörtlich hieß es: „Ich hatte drei oder vier Nächte nicht geschlafen. Ich war verzweifelt und wusste nicht, was ich tun sollte. Da hörte ich diese Stimmen, die zu mir sprachen. Ich konnte ihnen nicht widerstehen. Sie sagten: 'Geh hin und stich zu.' [...]. Er habe gegen Anna Lindh persönlich nichts gehabt, sagte er bei seinem Geständnis; außerdem sei er politisch nicht interessiert. Dass er ausgerechnet die schwedische Außenministerin angegriffen habe, nannte Mijailovic einen Zufall."


"In diesem Moment hätten Stimmen zu ihm gesprochen. Sie hätten gesagt: 'Geh hin und stich zu!' Dagegen habe er sich nicht wehren können. Das Messer habe er dabei gehabt, weil er sich an diesem Tag sehr schlecht und bedroht gefühlt habe."

"Als er im September 2003 die schwedische Außenministerin in einem Kaufhaus in Stockholm niederstach, war er nach eigenen Angaben sehr verwirrt."

"Aber hier, im Gerichtssaal im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen, sitzt ein ruhiger, gefasster Mann, der beim Verhör flüssig spricht – nur manchmal nervös mit seinem Stuhl wackelt – und offenbar gut vorbereitet ist."

"Vermutlich hat ihm der Anwalt eine Taktik vorgegeben, die er strikt verfolgt: Mijailovic gibt zu, dass er Anna Lindh angegriffen hat, er bestreitet aber, dass die Tat geplant war und er die Absicht hatte, die 46-Jährige zu töten. Er habe sie erst unmittelbar vor der Tat gesehen."

"Das Verhör wird zäh, wenn es konkret wird. Immer wenn Chefankläger Krister Petersson Details wissen will, sagt Mijailovic nur: 'Ich weiß nicht.' Selbst auf die Frage, warum er gleich nach der Tat zum Friseur gehen wollte, antwortet er dies."

"Manchmal sagt er auch, die Geschehnisse lägen vier Monate zurück, er könne sich deshalb nicht genau erinnern."

"Dass er ein Messer in der Hand hatte, habe Franchell [Lindhs Freundin] nicht erkannt."

"Mijailovic, der das Attentat vergangene Woche gestanden hatte, weigerte sich am Morgen des zweiten Verhandlungstages, die Fragen des Chefanklägers zu beantworten. 'Ich kann nicht mehr', sagte er."


Quellen:
http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel1743/
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/850/24826/
http://www.sueddeutsche.de/sz/politik/red-artikel31/

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Nachlässigkeiten der Polizei

Das Hamburger Abendblatt berichtet, dass die Polizei offenbar keine große Eile hatte, nach dem Täter zu fahnden (http://www2.abendblatt.de/daten/2003/09/12/207122.html). Lindh wurde am 10. September kurz nach 16 Uhr vor den Rolltreppen im Kaufhaus niedergestochen, schleppte sich zu einer Boutique, wo Verkäuferinnen ihre Wunden mit Pullovern abdeckten. Ein Kunde rief die Polizei übers Handy, die sich zuerst vergewisserte, dass es ein falscher Alarm ist. Um 16.21 Uhr wird sie mit der Rettung ins Krankenhaus gefahren, vier Minuten später weiß ein fassungsloser Ministerpräsident Persson Bescheid. Die Operationen an der schwerverletzten Politikerin beginnen gegen 17 Uhr, und erst jetzt beginnt die Polizei mit der Suche nach dem Täter, vielleicht ohne zu wissen, wer das Opfer ist.

"Jedenfalls werden im Stadtzentrum keine Straßen gesperrt, keine Autofahrer überprüft, und die Leiter der U-Bahn-Stationen werden nicht aufgefordert, ab sofort keine Video-Überwachungsbänder mehr zu löschen. Erst nach 18.15 Uhr beginnen Polizisten, Straßen, Restaurants und Mülltonnen rund um den Tatort zu überprüfen. Um 18.45 Uhr, zweieinhalb Stunden nach dem Notruf, wird der so genannte 'Reichsalarm' ausgelöst, das heißt, die Polizei und der Grenzschutz in ganz Schweden zur Fahndung aufgerufen," schreibt das Abendblatt am 12. September.

Es zitiert die Zeitung "Aftonbladet", zu der einige Polizisten meinten, ihnen sei nicht mitgeteilt worden, dass die Ministerin Opfer eines Verbrechens geworden ist. Sie haben es erst erfahren, als sie vom Dienst heimkamen und die Nachrichten um 20 Uhr im TV sahen. Auch bei der U-Bahn-Gesellschaft wundert man sich, denn die Polizei forderte nicht dazu auf, den Verkehr anzuhalten. Nur ein Zug wurde vor der Abfahrt gestoppt und untersucht. Eine Sprecherin meint, die Polizei habe sich merkwürdig verhalten. Während die Ärzte um das Leben von Lindh kämpfen, geht die Polizei davon aus, dass der Täter noch in Stockholm ist, und durchsucht mehrere Appartementhäuser. Anna Lindh starb am 11. September 2003 um 5.29 Uhr. Während sich alles fragt, wo die Leibwächter waren, meint die Geheimpolizei Säpo, es habe keinen Hinweis für eine Gefährdung der Ministerin gegeben. [...]

Die Filmsequenzen, mit denen die Polizei den Täter identifiziert hat, wurden einige Minuten zuvor aufgenommen, ein Stockwerk über dem Tatort. Somit kann der Mann Lindh nicht gefolgt sein, sondern ist ihr auf dem Weg nach unten an der Rolltreppe begegnet. Der Täter müsste sich also blitzschnell zur Tat entschlossen haben.

Wofür stand Anna Lindh?

Es war eine große Ausnahme, als Anna Lindh ihren US-Kollegen Colin Powell mit klaren Worten gegen die Todesstrafe konfrontierte. Außerdem unterstützte sie die Bestrebungen der Palästinenser und Kurden nach Unabhängigkeitwar und war eine scharfe Gegnerin des Irakkrieges. Anna Lindh war auch die treibende Kraft hinter der Entscheidung der EU, dem palästinensischen Präsidenten Yassir Arafat gegenüber eine andere Politik einzuschlagen als die USA. Außerdem forderte die schwedische Außenministerin am 3. April 2002 die Europäische Union auf, sämtliche Beziehungen zu Israel aus Protest gegen die israelische Besatzungspolitik abzubrechen.





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