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Mohammed und die Frauen

 

Der Text ist eine kurze Zusammenfassung des Buches: "Der politische Harem – Mohammed und die Frauen" von der Marokkanerin Fatema Mernissi (Frankfurt am Main 1989).

Die Männer zur Zeit Mohammeds waren zwar bereit, den Islam als eine Revolutionierung der Verhältnisse im öffentlichen Leben hinzunehmen, als Umwälzung der politischen und wirtschaftlichen Hierarchien. Sie wollten jedoch nicht, dass der Islam etwas in den Beziehungen von Mann und Frau änderte. Und so kam es, dass sie je nach der Lage der Dinge, je nachdem, was politisch auf dem Spiel stand und welcher Druck ausgeübt werden sollte, Hadithe ausstreuten (Worte des Propheten). Bereits wenige Jahre nach dem Tod des Propheten waren falsche Hadithe im Umlauf. Von 600 000 Hadithen waren 7275 gefälscht, was man schon recht früh bei einer Überprüfung feststellte.


Es ist nachgewiesen, dass der Koran fortdauernd manipuliert wurde und so geriet auch Mohammends freundliche Haltung gegenüber Frauen, von der er sich Zeit seines Lebens nicht abwandte, immer mehr in den Hintergrund. Es ist auch bedenklich, dass Mohammed seine Aussagen niemals schriftlich niederlegte und sie von seinen Anhängern erst viel später aufgeschrieben wurden. Einer dieser Aufschreiber war Bhukari, der selbst frauenfeindlich eingestellt war; er versuchte so gut wie möglich zu verhindern, dass die so störenden Verhaltensweisen des "Botschafters Gottes" nicht bekannt wurden. Von ihm stammen Texte wie dieser: "Die Gebete von Männern, die hinter Frauen Platz nehmen, werden nicht erhört." Mohammed war jedoch lediglich dagegen, dass einer die Moschee betrat, der Knoblauch oder Zwiebeln gegessen hatte.

Man versäumte nicht, alle skandalösen Vorfälle von Frauen in Moscheen so auszuschmücken, dass man gute Gründe hatte, die Frauen nicht in die Moscheen zu lassen. Bhukari war es auch, der den Propheten so zitierte: "Ich hinterlasse dem Manne keinen schändlicheren Unruhestifter als die Frauen." Oder: "Ich habe einen Blick in die Hölle geworfen und habe bemerkt, dass dort die Frauen in der Mehrzahl sind." Solche Aussagen ähneln in nichts dem, was man sonst über Mohammeds Leben herausfinden kann.

Ein Beispiel zur Ungenauigkeit seiner zitierten Aussagen. Mohammed soll gesagt haben: "Das Unglück liegt in drei Dingen: Dem Haus, der Frau und dem Pferd." Bhukari war gerade ins Zimmer gekommen, als er den Propheten dies sagen hörte. Er hatte aber nur den letzten Teil des Satzes gehört. Mohammed sagte nämlich: "Tötet die Juden, denn sie sagen: Das Unglück liegt in drei Dingen, dem Haus, der Frau und dem Pferd."

Ein Schüler Mohammeds sagte einmal, er habe Angst, Hadithe zu erzählen, die er wirklich gehört hatte, denn andere Männer hätten sie auch gehört und diese erzählten sie phantasiert weiter. Er habe Angst von diesen Männern Ärger zu kriegen, wenn er die Wahrheit erzählte. Noch während seines Lebens geriet Mohammed wegen seiner freundlichen Haltung gegenüber Frauen in Konflikte mit den Männern.

Die Frauen aber hatten nun ein männliches Vorbild: den Propheten. Durch ihn ermutigt, boten sie ihren Männern die Stirn und trauten sich etwas, was für diese das größte Verbrechen bedeutete, die Verweigerung. So kamen die Männer zu dem Propheten und beschwerten sich über ihre ungehorsamen Frauen. Omar, der Anführer des männlichen Widerstands, bedrängte den Propheten, den Männern das Recht einzuräumen, ihre Frauen zu schlagen. Er konnte seine Milde nicht verstehen. Da sagte dieser, unter Druck, schließlich: "Nun gut, dann schlagt sie, aber nur die schlechten unter euch werden zu solchen Methoden greifen."

Einen weiteren Streit gab es um die Frage des Erbrechts. Früher wurden die Frauen wie ein Gegenstand mit vererbt, sie selber hatten kein Recht auf Erbe. Da kam Mohammed und sagte: "Auch den Frauen gebührt ein Teil der Hinterlassenschaft." Dies versetzte die männliche Bevölkerung Medinas in helle Aufregung und sie geriet in heftige Konflikte mit Mohammed. Davor hatten sich die Männer immer auf Mohammed berufen und ihre Taten immer durch den Propheten zu rechtfertigen versucht und nun sagten sie: "Das ist ein Bereich, in den sich der Islam nicht einzumischen hat." Als Mohammed seine Meinung nicht änderte, versuchten die Männer die Schriften zu manipulieren, um ihre Privilegien zu erhalten. Als der Prophet schließlich sagte: "Den Unvernünftigen gebt euer Vermögen nicht in die Hände", war das der Vers, auf den man gewartet hatte. Es hieß nun, die Frauen seien die Unvernünftigen.

Irgendwann kamen Mohammeds politische Gegner auf die Idee, seine Beharrlichkeit seiner positiven Haltung Frauen gegenüber als eine Waffe gegen ihn zu verwenden. Sie griffen ihn damit an, verletzten und erniedrigten ihn. Schließlich zwangen sie ihn zum Ablass seiner Pläne, die die Gleichheit der Geschlechter beinhalteten. Das größte Beispiel dafür ist das des Hijabs, des Schleiers der Frau.

Am Ende von Mohammeds Leben war Medina von Feinden belagert und die Frauen wurden oft belästigt. Um die Frauen des Propheten zu schützen, soll Allah offenbart haben, sie sollten sich mit einem Tuch Kopf und Oberkörper bedecken. Omar witterte darin eine Gelegenheit, dass dies Pflicht für alle Frauen würde. Mohammed war jedoch strikt dagegen. Da belästigten die Männer Mohammeds Frauen so lange auf der Straße, dass der durch militärische Schwierigkeiten geschwächte Prophet dazu gebracht werden konnte, an den Frauen zu zweifeln. Aischa, Mohammeds Lieblingsfrau, sollte das erste Opfer sein. Sie wurde des Ehebruchs bezichtigt. Mohammed war verletzt und erschüttert. er gab erst nach, als er sich mitten im militärischen Desaster befand, zu einem Zeitpunkt, als die wirtschaftlichen und politischen Krisen Medina von allen Seiten spalteten und die verletzbare und unsichere Stadt den Feinden ausgeliefert war, welche auch die Frauen belästigten. Da erst verlor er die Kraft, Omar standzuhalten und er stimmte dem Hijab und damit der Wiederherstellung der männlichen Machtposition zu. Letztendlich war es Omar, der den Hijab eingeführt hat.




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